Das deutsche Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) ist seit 06.07.2017 in Kraft. Mit der EU-Richtlinie 2023/970 kommen erhebliche neue Pflichten — Umsetzungsfrist in nationales Recht: 07.06.2026. Die konkrete Geltung in Deutschland hängt von der nationalen Umsetzung ab.
In vielen Konzernen liegt das größte Risiko aktuell nicht im Gesetz selbst, sondern in historisch gewachsenen Gehaltsentscheidungen ohne nachvollziehbare Systematik — und damit in fehlender Beweisbarkeit der Gleichbehandlung.
Entgelttransparenz ist kein reines HR-Thema. Mehrere Unternehmensbereiche tragen operative Verantwortung — mit unterschiedlichem Vorbereitungs- und Sensibilisierungsbedarf.
Setzt Governance, Risikomanagement und Ressourcen. Verantwortet die organisatorische Vorbereitung und entscheidet über Budget, Tempo und externe Beratung. Trägt das Reputations- und Haftungsrisiko bei unzureichender Vorbereitung.
Die genannten Rollen, Risiken und Vorbereitungsschritte stellen typische Erfahrungswerte dar. Konkrete Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen Unternehmenskontext und der nationalen Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/970.
Diese Signale tauchen in Audits regelmäßig auf — auch in gut geführten Konzernen. Je mehr Punkte zutreffen, desto höher der Vorbereitungsbedarf.
Es gibt keine durchgängige Logik, warum vergleichbare Rollen unterschiedlich vergütet werden — sondern primär den Verlauf einzelner Verhandlungen.
Es existieren keine dokumentierten Spannen, oder die Bänder sind in der Praxis so breit, dass sie keine Steuerung leisten.
Job Architecture, Tätigkeitsbewertung und Leveling sind uneinheitlich oder fehlen — „gleichwertige Arbeit" lässt sich nicht objektiv begründen.
Bei Boni, Beförderungen und Gehaltsanpassungen variieren Maßstäbe und Begründungstiefe von Team zu Team und Führungskraft zu Führungskraft.
Begründungen für Gehaltsentscheidungen liegen mündlich, in E-Mails oder gar nicht vor — eine nachträgliche Beweisführung ist aufwendig.
Anforderungen, Verantwortungsumfang und Kompetenzerwartungen werden je Stelle ad hoc verfasst — eine systematische Vergleichbarkeit ist nicht gegeben.
Die operative Vorbereitung entsteht nicht über Nacht. Wer 2026/2027 belastbar reporten, Auskunftsanfragen sauber beantworten und Joint Pay Assessments aushalten will, beginnt jetzt — bei Job Architecture, Datenmodell und Führungskräfte-Konsistenz.